Samstag, 20. Dezember 2014

#16

Wenn man Dinge plant, rechnet man mit einer Reihe von Ereignissen, hoffend, dass sie eintreffen und alles gut wird, aber wohl wissend, dass es nicht so ablaufen wird.
Wenn man alles auf sich zukommen lässt, haut einen der Zufall schier vom Hocker. Zufall? Nein. Nicht immer. Nicht alles, was unerwartet passiert, aber solche Folgen hat, dass das restliche Leben davon abhängt, ist Zufall.
Genauso war es auch kein Zufall, dieses Treffen. Denn obwohl man gewissen Menschen an manchen Tagen, so gern man sie auch hat, nicht begegnen möchte, sieht man sie trotzdem. Es ist geplant. Das Schicksal weiß, warum es so passiert. Und manchmal ist das, was man manchmal nicht will, dass, was nicht geplant ist, gerade das, was einen dazu antreibt, einem Menschen aus dem Weg zu gehen, obwohl man ihn mit ganzem Herzen und der ganzen Seele bei sich haben möchte - vielleicht ist es ausgerechnet dieses Unerwartete, was uns glücklich macht.

Freitag, 31. Oktober 2014

#15

Manchmal braucht man keine Worte, keine Umarmungen, keine Freunde, keine Familie, keine Liebe. Manchmal braucht man die Einsamkeit. Allein zu sein, allein zu trauern. Allein mit seinen Gedanken.
Die Frage "Warum ausgerechnet ich?" darf man sich nicht mehr so häufig stellen, sie ist nicht berechtigt. Warum?
Alles passiert aus einem Grund und ja - ich glaube daran, dass es so ist. Alles was passiert, wird gesteuert und gelenkt von einer höheren Macht, vom Schicksal. Und wenn das Schicksal es nicht so will, dann soll es nicht so sein. Diese Sache müssen wir nur begreifen und da gehöre leider auch ICH mit dazu. Ja, ich will es nicht begreifen. Ja, ich denke immer noch, dass das Schicksal kein Recht hat, mich so zu bestrafen. Ja, ich weiß, dass ich alles falsch mache. Trotzdem.
Es kann nur besser werden. Und es wird besser werden. Denn Liebe, denn Vertrauen, denn Zuversicht, bringen uns wieder zusammen, weil wir füreinander bestimmt sind.

Sonntag, 8. Juni 2014

#14

Und während ihr die Gedanken wie wild durch den Kopf kreisen, kramt sie ihr Tagebuch aus den Tiefen ihres Schrankes hervor. Ihr Herz klopft schnell, ihre Augen glänzen und ihre Hand zittert. Sie nimmt den Stift in die Hand, schlägt eine leere Seite auf und schreibt:

Samstag, 20. April 2013

Ich weiß jetzt was Glück bedeutet.

Samstag, 17. Mai 2014

#13

Die Sonne strahlt, es ist ein wunderschöner Tag, seit langem gab es nicht mehr dieses herrliche Aprilwetter, nicht zu kalt und nicht zu warm. Mit der Tasche um den Arm, in der die Notenbücher alle sicher verstaut sind, und ihrem Handy in der Hand macht sie sich zielstrebig auf den Weg zum Vorspiel. Ihre dunkelblonden Haare leuchten auffällig im Sonnenschein, die blauen Augen strahlen und leise summt sie die Melodie des Stückes, das sie schon seit Wochen für diesen Tag vorbereitet. Als sie die Musikschule erblickt, verstummt sie und betrachtet nervös das Gebäude. „Es wird sowieso nicht gut laufen“, flüstert sie, atmet tief ein und fängt dennoch wieder an zu summen. Ihre Schritte passen sich genau der Melodie an. Je schneller sie wird, desto bedrohlicher schlingert auch ihr Pferdeschwanz hin und her. Je näher sie der Musikschule kommt, desto schneller fängt ihr Herz an zu klopfen. "Es ist nur ein blödes Vorspiel", versucht sie sich zu beruhigen und fährt sich rasch durch die Haare. "Nach 10 Minuten ist es vorbei. Nur keine Panik." So in ihren Gedanken vertieft, bemerkt sie nicht, wie sich ihr jemand vom Eingang des Gebäudes aus nähert und ihr zuwinkt. Erst, als der Schatten der Person dicht vor ihr steht und die Sicht auf die Sonne versperrt, fällt ihr auf, dass vor ihr jemand steht. "Oh, hallo!", grüßt sie und wirft ihrer Lehrerin einen kurzen Wink zu. "Hey!" Das warme, gutmütige Lächeln, das sie seit 2 Jahren so gut kennt, strahlt ihr nun entgegen. "Bist du sehr nervös?" Sie zuckt mit den Schultern und schaut auf ihre Schuhe. "Naja, so schlimm kann es ja auch wieder nicht werden." "Hör auf, dir Sorgen zu machen. Es wird schon gut gehen. Komm mit, dann kannst du dich auch gleich einspielen... sind deine Eltern eigentlich nicht mitgekommen?" Das zerknirschte Gesicht kann sie sich trotz allem Ärger nicht verkneifen. "Nein", presst sie hervor, teils verletzt, teils erleichtert. Ihre Eltern machen sich nicht viel aus Musik. Aber das muss ihre Lehrerin ja nicht auch noch wissen. "Nein", wiederholt sie erneut. "Meine Schwester feiert heute ihren Geburtstag nach und sie ist noch zu jung um ohne Aufsicht zu feiern. Meine Eltern müssen sie noch auf Schritt und Tritt überwachen." Und die Lehrerin lächelt, lächelt schon wieder so herzlich, dass ihr das Herz aufzugehen scheint. "Mach dir nichts draus", meint sie und reicht ihr die Hand. "Aber komm jetzt bitte, du musst dich einspielen."

Sonntag, 11. Mai 2014

#12

"Schau mir in die Augen."
Kein einziges Wort fällt. Und da, es kommt erneut.
"Schau mir in die Augen."
"Nein."
"Schau mir in die Augen, bitte!"
"Nein!"
"Warum tust du es nicht?"
"Ich kann nicht..."
Warum kann ich nicht einfach loslassen? Man muss die Dinge aus beiden Perspektiven betrachten. Was, wenn man liebt, aber nicht geliebt wird? Man kann jemandem nicht ewig hinterherrennen. Irgendwann ist es aus, aus und vorbei. Man kann nicht an jemandem festhalten, der einen nicht will. Egal was ich mir wünsche, egal was ich mir erhoffe, es ist aus. Es gibt auch keine Zukunft. Es nimmt ein Ende.


"Warum nimmst du es nicht zur Kenntnis?"
"Weil ich nicht kann."
"Warum?"
"..."
"Ich gehe erst, wenn du es zur Kenntnis genommen hast!"
"Und wenn ich sage, dass ich nicht will?"
"Schade..."
"Gut, dann will ich nicht."


Wie viel Überwindung es kostet. Aber was spielt das jetzt noch für eine Rolle...

Sonntag, 27. April 2014

#11

Was bedeutet Glück eigentlich? Wie definieren wir Glück? Und wie fühlt es sich an, glücklich zu sein? Bedeutet das, viel Geld zu haben, angemessen zu wohnen und ein schickes Auto zu fahren? Bedeutet es, jeden Tag Nahrung zu haben und ein Dach über dem Kopf zu haben? Bedeutet es, eine Familie und Freunde zu haben, die einen in jeder Lebenslage unterstützen? Bedeutet es, einen Partner an seiner Seite zu haben, der einen liebt und respektiert?
Sicher gehen die Meinungen, was Glück betrifft, weit auseinander, die Hauptsache ist nur: jeder sollte das Glück in sich finden, sei es ein neues Paar Schuhe oder eine tolle Familie. Ich habe mein Glück gefunden. Ich habe fast 3 Jahre lang nicht realisiert, dass ich das "Glück" sozusagen vor meiner Nase hatte und die ganze Zeit schon glücklich war, ohne es zu merken. Ich wollte diesen einen Menschen. Diesen Menschen, der mein Leben komplett machen sollte. Der Mensch, der alles deckte, was ich brauchte. Der mir mit Liebe und Verständnis entgegenkam und mir zuhörte, wenn ich mich nicht gut fühlte. Manchmal macht man sich von Menschen, die man gerne hätte, ein Bild, man malt sie sich so aus, man stellt sie sich so vor, wie man sie gerne hätte. Auch ich habe das gemacht, knappe 3 Jahre lang, bis ich gemerkt habe, dass mich der Mensch, der mich glücklich macht, schon eine halbe Ewigkeit durch das Leben begleitet hat.

Sonntag, 23. März 2014

#10

Wir könnten trotzdem in Kontakt bleiben.

Es wäre nie dazu gekommen, hätte ich mich nicht verändert. Hätte ich mich nicht abhängig gemacht. "Schaffst du das eigentlich nicht alleine? Du machst dich total abhängig! Liebes Kind, du wirst demnächst 17!" Die Worte hallen mir durch den Kopf und wollen nicht mehr verschwinden. Genau das ist mein wunder Punkt, auch wenn ich es nicht zugeben will. Ich bin abhängig, ich kann es nicht leugnen. Aber er wird das nie verstehen. Er wird nicht verstehen wie es ist, nur für einen Augenblick zu spüren, was Glück bedeutet. Zu wissen, wie es sich anfühlt, glücklich zu sein. "Du musst lernen loszulassen." Loslassen. Loslassen. Loslassen. Wenn es viel mehr Kraft kostet, festzuhalten, warum fällt es uns Menschen dann trotzdem so schwer, loszulassen? Die Vergangenheit einfach verdrängen, sich nicht mehr umdrehen und mit positiven Gedanken nach vorne blicken? 

Donnerstag, 13. März 2014

#9

Ich mache mich abhängig. Abhängig von deinem Atem, von deinem Anblick, von deiner Kleidung, von deiner Stimme. Von Dir.
Ich weiß nicht, ob ich mich auf das kommende Jahr freuen soll, oder nicht. Ich würde endlich die Chance bekommen, alles zu sagen, was ich dir jemals sagen wollte. Tief Luft holen.
"Du wusstest noch nie, wie viel du mir bedeutest. Du hattest keine Ahnung, wie ich mich gefühlt habe, als du mich eingeladen hast. Als du mir angeboten hast, zu dir zu kommen. Was du mir zum Geburtstag geschenkt hast. Vielleicht habe ich all die letzten Jahre so getan, als hätte ich es vergessen, aber ich habe es nie vergessen. Aus dem Grund, damit ich dir heute alles sagen kann. Du warst der Mensch, der mir all das gegeben hat, was mich glücklich gemacht hat. Kein Geschenk dieser Welt hätte das ersetzen können, was du für mich tust. Diese Momente, wo wir beide einfach nur zu zweit dasitzen und miteinander reden, uns stumm umarmen und lachen, diese Momente waren die schönsten in meinem Leben. Ich wollte mir einfach sicher sein, dass du für immer bei mir sein wirst. Ich habe gedacht, ich wäre unglücklich. Dabei war ich schon seit Jahren der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt. Ich bin mir der Tatsache nur zu spät bewusst geworden, dass neben mir die Person sitzt, die mein Leben perfekt macht."

Freitag, 14. Februar 2014

#8

Manchmal sollte man loslassen.
Manchmal sollte man versuchen, nach vorne zu schauen und der Vergangenheit nicht mehr hinterherzutrauern. Wie lange wird das noch gut gehen? 1 Jahr, 5 Monate, 7 Tage. Dann wird alles vorbei sein. All das, was gewesen war, wird begraben und vergessen.
Manchmal sollte man einfach das sagen, was man sich schon immer von der Seele reden wollte, bevor es zu spät wird. Denn wie viele Wochen werden noch bleiben? Wie viele Möglichkeiten, um Gefühle zum Ausdruck zu bringen? 
Die Zeit vergeht zu schnell, und sie wird nicht stehen bleiben. Auch nicht für jemanden wie mich. 1 Jahr, 5 Monate und 7 Tage, dann heißt es Abschied nehmen. Für immer. 

Samstag, 11. Januar 2014

#7

Zuerst einmal etwas verspätet ein gutes neues Jahr euch allen! 

Manchmal helfen lange Umarmungen, um über die Trauer hinwegzukommen.
Manchmal braucht man eine starke Hand, die einen hält, wenn man nicht mehr weiter weiß.
Manchmal geht es einfach nicht mehr ohne Liebe. 
Ohne Zuneigung, ohne das Gefühl zu wissen, dass immer jemand da ist, in einer schwierigen Situation. 
Ich will hier raus. Ich will ein neues Leben starten. Auf eine einsame Insel. Jeden Abend Kokosmilch trinken, und dem Wellenrauschen zuhören, vor uns das offene, blaue Meer. Und das einzige, was uns verbindet, ist die Musik...