Deine Hand legt sich sanft auf mein Knie. Ein Schauer durchzuckt mich. Das darf doch unmöglich wahr sein? Ich versuche krampfhaft, nicht auf meine Beine zu schauen und drehe mich in die andere Richtung. Draußen zwitschern die Vögel, aber kein Mensch ist in der Nähe.
Stille.
Die Hand wandert zärtlich von meinem Knie Richtung Oberschenkel. Ich spanne meine Muskeln an und seufze laut. Die Hand bleibt liegen, dafür schauen mich zwei unfassbar blaue Augen verwirrt an. Ich sage nichts. Ich will nichts sagen, ich kann nichts sagen, ich will doch nichts falsch machen. Die Hand verschwindet wieder. Ich atme erleichtert auf und lege meine Tasche auf meine Schenkel. Es ist warm draußen, viel zu warm, 35 Grad, und ich spüre noch immer, wie die Hand meinen Oberschenkel streichelt. Ohne es zu wollen, breitet sich eine Gänsehaut in mir aus. Ich verdränge den Gedanken, verabschiede mich, und steige aus dem Wagen. Hinter meinen Augen sammeln sich Tränen. Sowas darf nicht mehr passieren. Nie wieder.