Mittwoch, 25. Dezember 2013

#6

Niemals hätte ich gedacht, dass es soweit kommen könnte. Wobei ich nicht sagen will, dass es schlecht war. Es war einfach nur unglaublich.
Angefangen mit einer SMS, knappe 2 Sätze, nicht mehr als 4 Zeilen. "Hast du Lust mitzukommen?" Die Worte pochen in meinem Kopf, immer und immer wieder. Hinzu kommt das aufgeregte Herz in mir, das gefühlte unendlich Mal in meiner Brust schlägt. Wie kann man sich da nur beruhigen? 16 Uhr. 17 Uhr. 18 Uhr. 18:05 Uhr. Meine Bahn fährt in 10 Minuten.
Tief durchatmen.
Und der Tag vergeht.
War ich vor einer Stunde noch ganz außer mir, so bin ich spätestens jetzt vor lauter Aufregung und Emotionen geplagt. Ich kann es einfach nicht glauben. Wir. Zu zweit. Stehen so eng, dass zwischen uns kein Sonnenstrahl mehr Platz hätte. Ich schaue hoch, in ein Gesicht, das lächelt, das so wunderschön lächelt, dass mein Herz aufzugehen scheint. Die Augen strahlen ebenso sehr wie der Mund. Diese unglaublichen, hellblauen Augen, die mich immer wieder aufs Neue faszinieren.
Warum vergeht auch der wunderschönste Tag im Leben einmal?
22 Uhr. 3 Stunden zusammen. 3 wundervolle Stunden. 3 Stunden, in denen wir die Hälfte Arm in Arm durch die Großstadt schlendern.
"Ich muss dann mal gehen.."
"Ja, ich auch. Aber es war ein wunderschöner Abend. Danke."
(...)
Glücklicher war ich noch nie in meinem ganzen Leben.

Samstag, 30. November 2013

#5

Jede Woche ist immer wieder ein neues Erlebnis. Ein wunderschönes Erlebnis. Es ist diese Art von Verbindung, die es immer wieder so besonders macht. Warum ist die Zeit zwischendrin so lang? Warum gibt es da diese Entfernung, die mich stört, die mir am Herzen nagt? Kein Mensch weiß, was wirklich in mir vorgeht, keiner versteht mich. Keiner weiß, was ich eigentlich, tief im Inneren, spüre, empfinde, was dieses Erlebnis wöchentlich in mir auslöst.

Freitag, 8. November 2013

#4

Mein Kopf ist ein Durcheinander, am liebsten würde ich laut schreien. Stumm auf dem Bett. Wortlos, alles ist still, nur das gleichmäßige Ticken der Uhr unterbricht die Leere. Was ist nur los mit mir? Was ist richtig, was ist falsch? Du verstehst es nicht. Sie verstehen es nicht. Wir verstehen es nicht. Es ist kein normales Verhältnis. Es ist etwas, für das ich keine Worte finde. Es ist unbeschreiblich. Und doch ist es wunderschön.

Freitag, 18. Oktober 2013

#3

Warum wusste ich schon im Voraus, dass es diese Woche anders werden würde? Schon als ich den Raum betrat, herrschte eine seltsame Anspannung.
Es ist 18:18. Um 18:45 darf ich nachhause gehen.
Die Tür geht auf, ich komme rein.
"Wie geht's dir heute?"
Ich erkläre, dass wir in Deutsch Geschichten über Selbstmord lesen und in Religion über die Verarbeitung von Leid sprechen. Ich komme mir hintergangen vor. Gerade diese Gedanken möchte ich doch verdrängen. Wie soll das denn nur weitergehen?
Sag es nicht. Es wird dich nur noch mehr beschäftigen.
"Da gibt's noch etwas... aber darüber möchte ich nicht sprechen. Ich brauche keine Tipps. Aber danke, trotzdem. Vielen lieben Dank für die Hilfe." Der Satz kommt mir vermutlich etwas zu barsch und zackig über die Lippen, für den ich einen verwirrten Blick ernte. Hab ich etwas Falsches gesagt?
Und plötzlich: wieder die starken Arme, die sich um meine Schultern legen und mich eng an sich ziehen. Wichtiger noch, ich spüre die Wärme. Ich will nicht weg. Mir gefällt es, das ist genau das was ich brauche. Hier bekomme ich die Geborgenheit, die ich nie zu spüren bekomme.
Niemand hat dir befohlen zu gehen.
"Du kannst mir alles erzählen", höre ich plötzlich neben mir. Ein Flüstern, kaum hörbar. Und dennoch so liebevoll gesprochen. Es scheint mir, als ob jedes Wort sorgfältig ausgewählt ist. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Es hört sich richtig an. "Mich schockiert nichts so schnell. Bitte." Ich schüttele den Kopf. Egal wie sehr ich mich dazu zwinge, ich kann nicht. Möglicherweise ändere ich dadurch noch was. Mache irgendwas kaputt. Wir haben mit Mühe so ein gutes Verhältnis zueinander aufgebaut. Diese Beziehung.
So geht's 30 Minuten lang weiter. Unter Bitten, Betteln und zärtlich die Hand streicheln, verlasse ich aufgelöst das Zimmer.
Es ist 19:27.

Samstag, 5. Oktober 2013

#2

"Ich hatte früher auch ganz oft Probleme und konnte es mit niemandem besprechen." 
Vertrauen.
Zuversicht.
Ich weiß nicht, ob es das ist, was ich brauche. Ich sitze auf dem Hocker und frage mich, was ich eigentlich noch hier verloren habe. Was mache ich in dieser Welt? Was ist meine Aufgabe? Warum wurde ich geboren? Die Tränen bahnen sich an. Bloß nicht weinen. Sei nicht sensibel. Reiß dich zusammen!
Die Tränen lassen sich nun nicht länger halten und kullern unaufhörlich. Ein abwesende Bewegung über die Augen, ein lautloser Schluchzer. Starke Arme, die sich um mich legen. Dieser Moment soll nicht aufhören. Dieses Vertrauen, das brauche ich. Liebe. Ich hebe meinen Blick. Die Arme halten mich noch immer fest an den Schultern, dazu kommt ein Gesicht, was mich voller Besorgnis anschaut. Ich möchte den Moment anhalten, es fühlt sich richtig an. Ich bin so froh, dass ich hier bin. Ich sehe wieder einen Sinn im Leben.
Zweisamkeit.
Verständnis.
Wärme.

Freitag, 20. September 2013

#1

Ich will einen Neustart wagen. Und mich wieder ans Bloggen machen. Ich weiß, ich habe nicht - im Gegenzug zu manch anderen - das Talent zu schreiben, aber meine Gedanken brauchen irgendwo Platz.

Deine Hand legt sich sanft auf mein Knie. Ein Schauer durchzuckt mich. Das darf doch unmöglich wahr sein? Ich versuche krampfhaft, nicht auf meine Beine zu schauen und drehe mich in die andere Richtung. Draußen zwitschern die Vögel, aber kein Mensch ist in der Nähe. 
Stille.
Die Hand wandert zärtlich von meinem Knie Richtung Oberschenkel. Ich spanne meine Muskeln an und seufze laut. Die Hand bleibt liegen, dafür schauen mich zwei unfassbar blaue Augen verwirrt an. Ich sage nichts. Ich will nichts sagen, ich kann nichts sagen, ich will doch nichts falsch machen. Die Hand verschwindet wieder. Ich atme erleichtert auf und lege meine Tasche auf meine Schenkel. Es ist warm draußen, viel zu warm, 35 Grad, und ich spüre noch immer, wie die Hand meinen Oberschenkel streichelt. Ohne es zu wollen, breitet sich eine Gänsehaut in mir aus. Ich verdränge den Gedanken, verabschiede mich, und steige aus dem Wagen. Hinter meinen Augen sammeln sich Tränen. Sowas darf nicht mehr passieren. Nie wieder.