Mittwoch, 23. September 2015

#26

Zeit heilt bekanntlich alle Wunden, das wissen wir doch alle.
Stellen wir uns mal vor, man hat einen geliebten Menschen verloren. Hört man da nicht aus allen Ecken "die Zeit wird alle Wunden heilen. Mit der Zeit wird es dir einfacher fallen, darüber zu sprechen, das alles zu verarbeiten und damit zu leben. Einen Menschen zu verlieren ist hart, aber man lernt den richtigen Umgang mit einem solchen Verlust."

Zeit heilt NICHT alle Wunden.

Es kann sogar immer schlimmer werden. Wie viele Menschen es wohl gibt, die in den Monaten/Jahren nach dem Verlust eines Menschen oder welchem Unglück auch immer, nachts an die Decke starren und ihre Wangen nass werden spüren? Die immer wieder an die schönen Momente denken, die man miteinander hatte, die sich so sehr wünschen, einfach wieder gemeinsam Zeit verbringen zu können, lachen zu können, sich alles erzählen zu können?

Zeit heilt DEFINITIV nicht alle Wunden.

Man stelle sich doch nur mal vor, man lebt an einem Ort wo sich in unmittelbarer Nähe Plätze befinden, die einen an diese Person erinnern. Und man selber muss zu allem Übel jeden Tag dort entlanglaufen, sei es auf dem Schulweg, dem Weg zur Uni, der Arbeit oder einfach nur zum Einkaufen oder für einen Spaziergang. Wie soll man da mit der Zeit eher damit zurechtkommen? Wenn man tagtäglich damit konfrontiert wird?